Abschlussarbeit verfasst von Josef WIESER

Die Gamsräude in Südtirol

Geschichte und jagdliche Maßnahmen

Schlussfolgerung und Ausblick

Mit vorliegender Arbeit wurde die Entwicklung der Gamsräude in Südtirol aufgearbeitet.

Sowohl aus den Ergebnissen der Südtirol-spezifischen Daten, als auch aus der Literaturrecherche geht klar hervor, dass Reduktionsabschüsse kein geeignetes Mittel darstellen, um die Ausbreitung der Gamsräude aufzuhalten oder nachhaltig abzuschwächen.

Die negativen Auswirkungen eines Reduktionsabschusses sind hingegen nachhaltig und lange spürbar.

Foto: Forstdienst Wildtiermanagement, Jagd und Fischerei


Somit lässt sich sagen, dass Reduktionsabschüsse kein adäquates Mittel darstellen,

die Gamsräude zu bekämpfen oder einzudämmen.

Beim Auftreten der Gamsräude ist Ruhe im Gamsbestand einer der entscheidendsten

Faktoren für den weiteren Verlauf des Räude-Geschehens. Eine der schwierigsten Aufgaben,

die es in diesem Zusammenhang zu lösen gilt, ist jene dem „Jäger“ zu vermitteln, dass er,

entgegen seiner Grundeinstellung, beim Auftreten der Gamsräude im Prinzip nichts

unternehmen kann bzw. soll. Beim Wiederaufbau des Bestandes nach dem Seuchenzug

verhält es sich im Prinzip sehr ähnlich. Nur durch die jagdlichen Tugenden – Zurückhaltung

und Geduld – wird man das Ziel eines möglichst resistenten und arttypisch organisierten

Gamsbestandes erreichen. Das Auftreten von Wildtierkrankheiten hat oftmals gut gemeinte

jagdliche Maßnahmen zur Folge, deren Auswirkung aber vielfach zur Verschlechterung der

Situation führt. Die Frage, ob dies nun daran liegt, dass der „Jäger“ alles erdenkliche

unternehmen will, um „seinen“ Bestand zu retten oder ob er nach der Devise handelt, „bevor

sich die Krankheit das Stück holt, hole ich es mir lieber selbst“, soll und muss sich jeder selbst

beantworten. Hegeabschüsse müssen jedenfalls im vollen Umfang für die Abschussplanung

berücksichtigt werden. Fakt ist, dass unüberlegte Schnellschussaktionen (in diesem Falle im

wahrsten Sinne des Wortes) beim Auftreten von Wildtierkrankheiten wohl nicht zum Wohle

des Wildes sind.

Die Wildtiergenetik spielt beim Thema Gamsräude eine zentrale, bzw. DIE zentrale Rolle.

Dahingehend bedarf es weiterführender, phylogenetischer Studien. Eine detaillierte

Betrachtung der MHC-Variabilität der Gämsen östlich und westlich der Eisacktalfurche könnte

hier interessante Erkenntnisse liefern.

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Vollständige Abschlussarbeit von Josef Wieser
AA final_Wieser_Gamsraeude(1).pdf
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